Es wird knapp!
9. September 2008Obama lässt die Change - Maschine weiterlaufen. Auch McCain und Palin haben erkannt, die Amerikaner wollen Veränderung und bedienen dieses Bedürfnis. Insbesondere Palin gilt, wie McCain, als „maverick“ – eine Person, die, wenn es das Gewissen verlangt, sich notfalls gegen die eigene Partei stellen würde. Dieses Image wird jetzt pausenlos bemüht.
Jetzt, die nächsten 56 Tage, werden beide Lager versuchen, die „battle states“ für sich zu gewinnen. Hier sind die Wähler noch unentschieden.
Indes scheint es so, dass sich jener gewagte Schritt seitens McCain, Sarah Palin als „running mate“ zu nominieren, bei den Umfragen durchschlägt. Die meisten Umfragen belegen, dass es etwa 50 zu 50 steht. Mittlerweile schaffte es das „McCain – Palin – Ticket“, Obama um zwei Prozentpunkte zu überholen.
Das zeigt nicht, dass Obamas Stern sinkt. Es zeigt lediglich, dass die USA seit jeher ein tief gespaltenes Land ist. Es gibt eine Linie zwischen den Konservativen und Liberalen und je näher die Wahlen rücken, um so mehr zeigt sich, dass Umfragen und gespickte Storylines seitens der Wahlkampfteams nicht alles in der kommenden Präsidentschaftswahl sind.
Palin, so scheint es, wirkt insbesondere auf männliche Wähler ansprechend.
Das ist eine Überraschung. Dachten die Experten, es ginge bei der Palin – Nominierung um die 18 Millionen enttäuschten Wähler und insbesondere Wählerinnen, die sich auf Hillary Clintons Seite schlugen. Auch Palins Antrittsrede war gespickt mit Anspielungen in diese Richtung. Insbesondere demokratische Frauen reagierten empört. Vielleicht aus jenem Grund, warum sie ansprechend auf männliche Wähler wirkt. Sie verkörpert jene Form des Konservativismus, die McCain nur schwer glaubwürdig repräsentiert: Eine Jägerin, mit Vorliebe für Waffen im Grenzland. Auch wenn es sich um Alaska handelt, es ist Wildwestromantik pur.
Weibliche Wähler scheinen indes eher Obamas „running mate“ Joe Biden zugeneigt zu sein. Diese kleine Wendung ist interessant und spannend zugleich. Doch sie wird kaum eine Rolle spielen. Der jetzige Kampf um die „swing states“ verspricht weitaus dramatischere Storys in den nächsten Wochen.
Auf geht’s, nach Pennsylvania, Florida, Michigan und Ohio!